| Fast jeder dritte Asthmatiker macht Fehler beim Inhalieren und bekommt deshalb seine Atemwegserkrankung trotz wirksamer Medikamente nicht in den Griff. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin hin. „Am häufigsten hapert es an der zeitlichen Koordination zwischen Auslösung des Sprühstoßes und Einatmen des Medikaments, die zur effektiven Anwendung eines sog. Dosieraerosols erforderlich ist", so Pneumologe Dr. Josef Lecheler aus Berchtesgaden. Außerdem werde in bis zu 70 % der Fälle nicht tief und langsam genug inhaliert. Ähnlich hoch sei die Fehlerquote auch bei den sog. Pulverinhalatoren, die im Gegensatz zu den Dosieraerosolen ein rasches, tiefes Einatmen erforderten. Dabei würden oft auch Fehler beim Ladevorgang des Gerätes gemacht. Für eine erfolgreiche Therapie sei eine korrekte Anwendung des verschriebenen Inhalationsgerätes allerdings unabdingbar, betont Lecheler: „Nur wenn das Medikament in ausreichender Menge auch dort ankommt, wo es wirken soll - nämlich im Bronchialsystem der unteren Atemwege - kann es die gewünschte Wirkung voll entfalten." Die korrekte Handhabung eines Inhalationssystems ist laut Lecheler von Gerät zu Gerät verschieden und muss erlernt werden: „Entsprechende Schulungsangebote sind daher absolut sinnvoll, kommen im Praxisalltag aber leider oft zu kurz." Daher könne es bei mangelnder Schulung der Patienten zu gravierenden Fehlanwendungen kommen. „Das geht so weit, dass die Betroffenen ihr Inhalationsgerät falsch herum halten oder vergessen, die Schutzkappe abzunehmen", sagt der Lungenarzt. Quelle: Associated Press
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