Selbsthilfegruppe Asthma & Allergie Kronberg im Taunus e.V.

Atemwegserkrankungen behandeln

Atemwegserkrankungen behandeln
Asthma und COPD sind Erkrankungen, die heute relativ gut behandelbar sind, vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt.
Da beide Erkrankungen chronisch verlaufen, ist eine Langzeitbehandlung notwendig. Langzeitbehandlung bedeutet in diesem Zusammenhang lebenslange Therapie.
Die Atemwegstherapie ruht auf zwei Säulen
Nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung und der Durchführung verschiedener Tests (z. B. Lungenfunktionsprüfung) wird Ihr Arzt zu einer sicheren Diagnose kommen. Erst danach wird er mit Ihnen Ihren individuellen Therapieplan erstellen. Hierbei wird zwischen medikamentöser Therapie und nicht-medikamentösen Maßnahmen unterschieden.
Medikamentöse Therapie
Zur Behandlung von Asthma und COPD stehen heute eine Vielzahl effektiver Therapeutika zur Verfügung. Die meisten dieser Medikamente werden inhaliert. Dies hat den Vorteil, dass die Wirkstoffe direkt an den gewünschten Wirkort gelangen. Man benötigt dafür nur eine geringe Wirkstoffmenge, was eine niedrige Nebenwirkungsrate zur Folge hat. Zur Inhalation haben sich Dosieraerosole und Pulverinhalatoren bewährt. In besonderen Fällen (kleine Kinder, alte Menschen) werden auch Vernebler oder so genannte Spacer eingesetzt. Nur die richtige (inhalative) Medikamentenanwendung garantiert den besten Therapieerfolg.
Zur Behandlung der Atemnot werden bronchialerweiternde Medikamente inhaliert. Es stehen kurz- und langwirksame Medikamente zur Verfügung. Erstere dienen im Notfall der schnellen Symptombekämpfung, während letztere jeden Tag dauerhaft eingesetzt werden. Je effektiver eine Dauertherapie ist, desto seltener wird ein „Notfall-spray" benötigt. Man unterscheidet zwei große Substanzgruppen: a) die bronchialerweiternden Medikamente, wie Beta-Mimetika (z. B. Salbutamol, Fenoterol, Terbutalin, Salmeterol, Formoterol, Indacaterol), Anticholinergica (nur für COPD zugelassen, z. B. Tiotropiumbromid) und Theophyllin, sowie b) Entzündungshemmer, z. B. kortisonhaltige Präparate und Montelukast.
Die beim Asthma typische chronische Entzündung der Bronchien wird mit entzündungshemmenden Medikamenten, z. 6. Kortison behandelt. Die dauerhafte Inhalation von Kortison führt zu einer deutlichen Verminderung der bronchialen Entzündung und Überempfindlichkeit Die Nebenwirkungen bei der inhalativen Therapie sind gering, so dass Sie keine Angst vor der Langzeitbehandlung haben müssen. Wichtig ist gerade bei kortisonhaltigen Medikamenten nach der inhalativen Anwendung den Mund zu spülen oder etwas zu essen, um Medikamentenreste aus dem Mund- und Rachenraum zu entfernen.
Als Hilfestellung für alle behandelnden Ärzte hat die Deutsche Atemwegsliga Empfehlungen zur Behandlung der „großen" Atemwegserkrankungen Asthma und COPD entwickelt. In diesen Empfehlungen findet Ihr Arzt Therapiepläne zur Auswahl der geeigneten Medikamente, um Ihre Atemwegserkrankung gut unter Kontrolle zu bringen. Diese Leitlinien wurden auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse erstellt.
 
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
„Ich gehe doch regelmäßig zum Arzt und inhaliere meine Medikamente. Was kann mir denn zusätzlich helfen?", werden Sie sich vielleicht fragen. Tatsächlich weiß man heute um die Bedeutung verschiedener nicht-medikamentöser Maßnahmen, die die Behandlung sinnvoll unterstützen können.
Patientenschulung
Die vom Arzt verordnete Therapie kann nur dann effektiv sein, wenn Ihnen als Patient die Hintergründe Ihrer Erkrankung bekannt sind. Warum kommt es zur Atemnot? Wie kann ich mir die Entzündung vorstellen? Antworten auf diese und viele andere Fragen erhalten Sie im Rahmen einer strukturierten Patientenschulung. Das Nationale Ambulante Schulungsprogramm für Asthmatiker (NASA), sowie die ambulante Schulung für Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COBRA) wurden von der
Atemwegsliga entwickelt. In der Schulung lernen Sie u. a. den richtigen Umgang mit Ihrem Inhalationssystem (Dosieraerosol, Pulverinhalator), die regelmäßige Messung des Atemstoßes (Peak-flowMessung), sowie das richtige Verhalten in Atemnotsituationen. Kurz gesagt: Die Schulung verhilft Ihnen dazu, „Manager" Ihrer Erkrankung zu werden. Bitte wenden Sie sich bzgl. der Details und dem Angebot in Ihrer Nähe an Ihren Lungenfacharzt. 
Lungensport
Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass Bewegung und Sport der Abnahme der körperlichen Belastbarkeit entgegenwirkt und zu einem positiven Lebensgefühl verhelfen kann. Atemwegspatienten neigen leider dazu, durch die Erfahrung der Atemnotzustände sich körperlich immer mehr zu schonen. Dies führt aber zu einer Abwärtsspirale, mit der Folge einer weiteren Abnahme der Mobilität und weiterer Zunahme von Atembeschwerden. „Raus aus dem Sessel", heißt also die Devise. Es gibt über das ganze Bundesgebiet verteilt spezielle
Lungensportgruppen, die unter Anleitung qualifizierter Übungsleiter und unter ärztlicher Betreuung Trainingsprogramme für Atemwegspatienten anbieten. Siehe unter www.lungensport.org
In den Lungensportgruppen werden Sie andere Betroffene mit ähnlichen Beschwerden kennenlernen. Das hilft Ihnen, neue Kontakte zu knüpfen. 
Physiotherapie
Die Atemphysiotherapie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der nicht-medikamentösen Therapie von Atemwegserkrankungen. Ziel der Atemphysiotherapie ist die Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung einer bestmöglichen Atemfunktion. Typische Techniken sind z. 6. die Sekretförderung und das Atemmuskeltraining. Von der Atemphysiotherapie profitieren vor allem Patienten mit COPD, schwerem Asthma oder Mukoviszidose. Auch Patienten mit akuten Atemwegsinfekten bedürfen gelegentlich einer atemphysiotherapeuti�
schen Unterstützung.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Atemphysiotherapie ist das Erlernen der so genannten „atemerleichternden Körperhaltungen", wie z. B. der Kutschersitz. Durch das Vorbeugen des Oberkörpers und die Dehnung des Brustkorbes vergrößert sich die Atemfläche, sodass ein tiefes Durchatmen möglich wird. In Atemnotsituationen kann die
„Lippenbremse" dem Betroffenen Linderung seiner Atemnot verschaffen. Der Patient atmet normal ein und atmet gegen die locker aufeinanderliegenden Lippen aus. Dadurch wird die Luft beim Ausatmen etwas zurückgehalten und stabilisiert dadurch die Atemwege, so dass die Luft gleichmäßig ausströmen kann.

 
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