| Von Alexander Schneider
Eine voll besetzte Stadthalle, viel Information, gutes Essen und angenehme Unterhaltung. Die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg feierte am Samstag ihe zehnjähriges Bestehen.
Es klang ein wenig nach "Fishing for compliments". Prof. Dr. med Günter Menz zu der Frage der "Selbsthilfegruppen im Spannungsfeld der Medizin — Partner oder lästiges Übel" sprechen zu lassen. Die Antwort stand fest, bevor der Privatdozent für Pneumologie und Allergologie und Chefarzt der Hochgebirgsklinik Davos, am Samstag ans Rednerpult getreten war: Natürlich Partner! Der Chef der Davoser Hochgebirgsklinik stand mit dieser Einschätzung bei der Feier des zehnjährigen Bestehens der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg, nicht allein. Auch Hessens Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, Jürgen Banzer (CDU), befand, dass es, in der Gesundheitspolitik, die man weder der Politik, noch dem Markt alleine überlassen könne, ohne engagierte Selbsthilfegruppen nicht geht. Mündige, am gemeinsamen Schicksal interessierte Patienten, die sich in Selbsthilfegruppen organisieren, seien in der Gesellschaft unverzichtbar und leisteten wertvolle Lobbyarbeit. "Geteiltes Leid ist halbes Leid" ermunterte der Minister die Kronberger Selbsthilfegruppe, weiter an ihrer Zukunft zu arbeiten. Auch Landrat Ulrich Krebs (CDU) unterstrich die Bedeutung von Selbsthilfegruppen in der Gesellschaft. Ihr Engagement, die gemeinsamen Interessen an mehr Lebensqualität zu bündeln, verdiene Unterstützung. Was der Kreis, der im Falle der Jubiläumsgruppe Sportstätten kostenlos zur Verfügung stelle, dazu beitragen könne, werde getan, so Krebs. Ihre Arbeit sei wertvolle Hilfe für die von Asthma und Allergien Betroffenen. Die Gemeinsamkeit helfe ihnen, mit ihrem Schicksal besser umzugehen. Glückwünsche zum Jubiläum auch von Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos). Temmen nannte die Selbsthilfegruppe mit ihren „erst zehn Jahren im Vergleich zur Schützengesellschaft von 1398 zwar einen der jüngsten Kronberger Vereine, aber auch einen der aktivsten. Die Arbeit der Gruppe und ihr Einsatz für die betroffenen Menschen verdienten Anerkennung. Temmen begrüßte es, wie schnell sich die Swlbsthilfegruppe Asthma- und Allergiegruppe in das Vereinsleben integriert hat. Dass dem so ist, bewies auch der Einsatz des Altstadtkreises. Mit weißen Schürzen und schwarzen Fliegen waren die Mitglieder angetreten, um die Gäste mit einem perfekten Service zu verwöhnen. Altstadtkreis- und Vereinsringchef Hans- Willi Schmidt unterstrich die gelungene Integration der Gruppe ins Vereinsleben. Hier werde nicht nur ein Schicksal gemeinsam ertragen, es werde auch etwas dagegen getan. Die Menschen holten sich selbst aus ihrer Isolation heraus. Schmidt nannte es eine „tolle Leistung", dass aus 14 Gründungsmitgliedern inzwischen 150 geworden seien. Prof. Günter Menz hatte zuvor in seinem Festvortrag vom Vormarsch asthmatischer und allergischer Krankheiten gesprochen und betont, wie wichtig Vorbeugung sei. Grund für die Ausbreitung von Allergien sei die westliche Lebensart, die dazu führe, dass der menschliche Organismus heftiger auf Hausstaubmilben, Tierhaare oder Pollen reagiere. Dabei sei die Ursache von Asthma noch nicht erforscht.Die Feier, zu der Gründungsvorsitzender Günter Budelski zahlreiche Mitglieder, viele Ärzte und Vertreter anderer Selbsthilfegruppen begrüßen konnte, wurde musikalisch vom Celloquartett des Emanuel-Feuermann-Konservatoriums mit Christine und Nicolas Riedel, Basile Orth und Nora Scheele eröffnet. Nach dem Büfett wurde es unterhaltsam, unter anderem mit den „Hannemanns" und der Gesangsgruppe „Vox Musicae".
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