Selbsthilfegruppe Asthma & Allergie Kronberg im Taunus e.V.

Lob von Politik und Medizin zum zehnjährigen Bestehen

13. 02. 2009

Von Alexander Schneider

Eine voll besetzte Stadthalle, viel Information, gutes Essen und angenehme Unterhaltung.
Die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg feierte am Samstag ihe zehnjähriges Bestehen.

Es klang ein wenig nach "Fishing for compliments". Prof. Dr. med Günter Menz zu der Frage der "Selbsthilfegruppen im Spannungs­feld der Medizin — Partner oder läs­tiges Übel" sprechen zu lassen. Die Antwort stand fest, bevor der Pri­vatdozent für Pneumologie und Al­lergologie und Chefarzt der Hochgebirgsklinik Davos, am Samstag ans Redner­pult getreten war: Natürlich Part­ner! Der Chef der Davoser Hochge­birgsklinik stand mit dieser Ein­schätzung bei der Feier des zehn­jährigen Bestehens der Selbsthilfe­gruppe Asthma und Allergie Kron­berg, nicht allein. Auch Hessens Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, Jürgen Banzer (CDU), befand, dass es, in der Gesundheits­politik, die man weder der Politik, noch dem Markt alleine überlassen könne, ohne engagierte Selbsthilfe­gruppen nicht geht. Mündige, am gemeinsamen Schicksal interessier­te Patienten, die sich in Selbsthilfe­gruppen organisieren, seien in der Gesellschaft unverzichtbar und leis­teten wertvolle Lobbyarbeit. "Ge­teiltes Leid ist halbes Leid" ermun­terte der Minister die Kronberger Selbsthilfegruppe, weiter an ihrer Zukunft zu arbeiten.
Auch Landrat Ulrich Krebs (CDU) unterstrich die Bedeutung von Selbsthilfegruppen in der Gesellschaft. Ihr Engagement, die ge­meinsamen Interessen an mehr Le­bensqualität zu bündeln, verdiene Unterstützung. Was der Kreis, der im Falle der Jubiläumsgruppe Sportstätten kostenlos zur Verfügung stelle, dazu beitragen könne, werde getan, so Krebs. Ihre Arbeit sei wertvolle Hilfe für die von Asth­ma und Allergien Betroffenen. Die Gemeinsamkeit helfe ihnen, mit ih­rem Schicksal besser umzugehen.
Glückwünsche zum Jubiläum auch von Bürgermeister Klaus Tem­men (parteilos). Temmen nannte die Selbsthilfegruppe mit ihren „erst zehn Jahren im Vergleich zur Schützengesellschaft von 1398 zwar einen der jüngsten Kronberger Ver­eine, aber auch einen der aktivsten. Die Arbeit der Gruppe und ihr Ein­satz für die betroffenen Menschen verdienten Anerkennung. Temmen begrüßte es, wie schnell sich die Swlbsthilfegruppe Asthma- und Allergiegruppe in das Vereinsleben integriert hat. Dass dem so ist, bewies auch der Einsatz des Altstadtkreises. Mit wei­ßen Schürzen und schwarzen Flie­gen waren die Mitglieder angetre­ten, um die Gäste mit einem perfek­ten Service zu verwöhnen. Altstadt­kreis- und Vereinsringchef Hans- Willi Schmidt unterstrich die ge­lungene Integration der Gruppe ins Vereinsleben. Hier werde nicht nur ein Schicksal gemeinsam ertragen, es werde auch etwas dagegen getan. Die Menschen holten sich selbst aus ihrer Isolation heraus. Schmidt nannte es eine „tolle Leistung", dass aus 14 Gründungsmitgliedern in­zwischen 150 geworden seien. Prof. Günter Menz hatte zuvor in seinem Festvortrag vom Vormarsch asthmatischer und allergischer Krankheiten gesprochen und be­tont, wie wichtig Vorbeugung sei. Grund für die Ausbreitung von Al­lergien sei die westliche Lebensart, die dazu führe, dass der menschli­che Organismus heftiger auf Haus­staubmilben, Tierhaare oder Pollen reagiere. Dabei sei die Ursache von Asthma noch nicht erforscht.Die Feier, zu der Gründungsvor­sitzender Günter Budelski zahlrei­che Mitglieder, viele Ärzte und Ver­treter anderer Selbsthilfegruppen begrüßen konnte, wurde musika­lisch vom Celloquartett des Ema­nuel-Feuermann-Konservatoriums mit Christine und Nicolas Riedel, Basile Orth und Nora Scheele eröff­net. Nach dem Büfett wurde es un­terhaltsam, unter anderem mit den „Hannemanns" und der Gesangs­gruppe „Vox Musicae".

 

 

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