| Taunuszeitung 22.April 2010 Von Harald Konopatzki Die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg und ihr wiedergewählter Vorsitzender Günter Budelski stehen vor einigen Herausforderungen. Einerseits gilt es, jüngere Kräfte' für die Vorstandsarbeit zu gewinnen, andererseits muss der Verein künftig mit weniger Geld auskommen. So viel Glück die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie mit ihrer Jubiläumsfeier im vergangenen Jahr hatte, so sehr ist sie dieser Tage vom Pech verfolgt. Obwohl Vorstandswahlen auf der Tagesordnung der Hauptversammlung standen, konnten gerade mal drei der fünf Vorstandsmitglieder der Runde beiwohnen. Schriftfiihrerin Barbara Tadday und der stellvertretende Vorsitzende Helmut Knapp waren durch Reha-Aufenthalte verhindert und zwei der drei Kassenprüfer mussten ihre Teilnahme ebenfalls absagen. Zudem musste Vorsitzender Günter Budelski mit dem Handikap einer nicht ganz verheilten Achillessehnen-Verletzung und damit verbundener Beinschiene „durchhalten". Budelski: „Das bringt ein Verein mit sich, dessen Vorstandsmitglieder inzwischen alle über 65 Jahre alt sind",scherzte Budelski angesichts der ausgedünnten Reihen am vordersten Tisch, verwies aber auf den großen Zusammenhalt unter den rund 100 Mitgliedern. „Wo einer ausfällt, unterstützen andere." Trotz der gesundheitlichen Probleme stellte sich der komplette Vorstand der Wiederwahl mit ein paar Einschränkungen. Sowohl Schatzmeisterin Marianne Adams als auch der zweite Stellvertreter Budelskis, Carlos Keim, betonten, dass sie nach ihrer jahrelangen Vorstandsarbeit bei der nächsten Wahl in zwei Jahren nicht mehr antreten wollen und Nachfolger suchen. Budelski, der wohl auch noch über diese Amtszeit hinaus an Bord bleiben dürfte: „Wer interessiert ist, soll sich frühzeitig melden, wir arbeiten die neuen Kräfte dann schon ein." Dass es bis dahin noch einen Moment dauern wird, stellte der Rest der 42 anwesenden Mitglieder klar: Einstimmig wurde dem bisherigen Führungsteam das Vertrauen für die kommenden zwei Jahre ausge-sprochen. Im Schnitt nahmen im vergangenen Jahr 31 Mitglieder und Freunde der Gruppe an den monatlich stattfindenden Vortragsveranstaltungen des Vereins teil. „Wir sind ein kleiner, aber sehr aktiver Verein", freut sich Budelski. Dabei seien die sportlichen Angebote immer auch ein Spagat zwischen Ertüchtigung und einer, durch die Lungenkrankheiten hervorgerufenen, möglichen Überlastung. „Trotzdem muss der Teufelskreis durchbrochen werden. Wer sich zu sehr schont, wird bald schon körperlich nicht mehr das leisten können, was heute noch selbstverständlich ist", so Budelski. Inwieweit die Gruppe ihr bewährtes Programm der vergangenen Jahre künftig wird anbieten können, ist offen. „Der Wind wird rauer", so Budelski, habe die Stadt doch 20 Prozent der Vereinszuschüsse gestrichen. Die Krankenkassen bezuschussen Angebote der Selbsthilfegruppe nur mit einer Pauschalzahlung. Für Prävention (Sportangebote) gibt es kein Geld. Obwohl die Arbeit sehr wichtig ist. Im Vordergrund der Vereinsarbeit steht die Hilfe zur Selbsthilfe. „Aktiv für einen selbst, aber auch für andere und gegen ein unsolidarisches Gesundheitssystem", so Budelski. Im Kronberger Arzt Dr. Martin Müllerleile wird der Gruppe künftig ein Experte aus dem Gesundheitswesen beratend zur Seite stehen.
|