Hilfreiche Tipps für Allergiker |
07. 03. 2002 |
| Kronberg. Jetzt geht es wieder los: Die Augen schwellen an und tränen, die Nase juckt und Niesanfälle sind vorprogrammiert. Der Griff zum Taschentuch bleibt nicht aus und die Apotheken haben Hochkonjunktur. Die Rede ist vom alljährlich wiederkehrenden Heuschnupfen.
Doch was genau ist eine Allergie? Wodurch entsteht sie? Wie kann sie verhindert werden und welche Therapien gibt es? Zu diesem Thema sprach am Dienstagabend Dr. Edgar Petri, Leitender Oberarzt der Hochgebirgsklinik Davos, auf Einladung der „Selbsthilfegruppe Asthma & Allergie Kronberg“ in der Stadthalle.
Pollen ist Blütenstaub, der durch Wind und durch Insekten übertragen wird. Um den Allergenen vorzubeugen, sollte der Allergiker wissen, gegen welche Pollen er empfindlich reagiert und wann das „Staubmehl“ fliegt. Der Pollenflug sei von den klimatischen Bedingungen abhängig, die jedes Jahr unterschiedlich sein könnten und bei Wind besonders stark zum Vorschein treten würden. Der Allergiker sollte auch bei der Urlaubsplanung darauf achten. „Für den Urlaub empfehle ich, ins Hochgebirge, an die See oder in den Süden zu fahren“, sagte Petri.
Insgesamt gibt es 250 verschiedene Gräserarten, von denen 50 bis 60 Arten in Deutschland vorkommen. Wenn jemand gegen alles allergisch ist, hat die Person nach Aussagen Petris neun Monate im Jahr Beschwerden. Daher rät der Fachmann während der Pollenfluzgzeit auf Folgendes zu achten: Die Fenster sollten geschlossen bleiben und das Schlafzimmer am besten nur indirekt, dass heißt durch andere Räume, gelüftet werden. Ausgehende Spaziergänge, Gartenarbeit und Rasenmähen seien zu vermeiden. Das Tragen einer Sonnenbrille sowie das Haarewaschen vor dem Schlafengehen und das häufige Wechseln von Kopfkissenbezügen könne die Allergie mindern.
„Körperliche Belastungen im Freien sollten wegen erhöhten Pollenkontakts durch vermehrtes Atemvolumen pro Zeiteinheit bei körperlichen Belastungen unterlassen werden“, erklärte Petri. „Am besten eignet sich Hallen- und Wassersport.“ Weiterhin sollten offene Fahrzeuge vermieden werden, die Fenster beim Fahren geschlossen bleiben und die Ventilation abgeschaltet sein. „Am geeignetesten ist eine Klimaanlage“, so Petri. „Als Alternative kann ein Pollenfilter in die Lüftungsanlage des Fahrzeugs eingebaut werden.“
Der allergische Schnupfen kann zu einem späteren Zeitpunkt – meist nach einigen Jahren – in ein allergisches Asthma übergehen. Um den so genannten Etagenwechsel zu vermeiden, sollte die Allergie nicht unterschätzt werden und ein Arztbesuch frühzeitig erfolgen.
Auch Nahrungsmittel und deren Zusatzstoffe sowie Tiere können Ursachen für eine Allergie sein. Die Diagnostik der Nahrungsmittelallergien könne sich als sehr kompliziert erweisen. Bei der Tierallergie sollte auf die Tierhaltung komplett verzichtet werden. |
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