Selbsthilfegruppe Asthma & Allergie Kronberg im Taunus e.V.

Asthma, Ursachen und die Behandlung

21. 09. 2005

Kronberg. Als "Sahnehäubchen der Veranstaltungsreihe" bezeichnete Günter Budelski, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Asthma & Allergie, den Vortrag von Professor Dr. Thomas Wagner am Dienstagabend. Der Experte für Pneumologie und Allergologie an der Uni Frankfurt sprach jetzt über die Unterschiede von Asthma und COPD, sowie über deren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

 

Er wisse, dass er vor einem erfahrenen Publikum spreche, bescheinigte der Kronberger Bürger den rund 40 Zuhörern medizinische Kompetenz. Vor allem über die Symptome wüssten die meisten wohl Bescheid, weil sie selber daran litten. Und so entwickelte sich der Vortrag zu einer Expertenrunde auf hohem Niveau. Trotzdem herrschte zu Beginn Klärungsbedarf bei der Unterscheidung von Asthma und COPD (Chronic Obstuctive Pulmonary Disease). "Es gibt zahlreiche Überschneidungen, die selbst wir Ärzte nicht immer genau auseinander halten können", sagte Wagner.

 

Asthma beginne meist im Jugendalter, komme immer anfallweise und könne, wenn man es frühzeitig erkenne und behandele und sogar vollständig zurückgebildet werden. Ursachen könnten ein Infekt oder Heuschnupfen sein, oft entstehe die Erkrankung im Zusammenhang mit einer Allergie. "Wir wissen, dass es eine Genkonstellation von etwa zehn Genen gibt, die die Entstehung von Asthma begünstigt", erklärte der Experte. Die Information ließe sich aber noch nicht für präzise Diagnosen verwenden.

 

COPD sei hauptsächlich eine Krankheit der Raucher, die sich erst in höherem Alter bemerkbar mache und schleichend voranschreite. Die Erkrankung sei eine Art chronische Bronchitis, die durch Schadstoffe aus dem Rauch ausgelöst werde. "Wir sprechen von 15-Päckchen-Jahren, was bedeutet, dass unsere COPD-Patienten im Schnitt 15 Jahre lang ein Päckchen Zigaretten am Tag geraucht haben", berichtet Wagner. Als er ins Publikum fragte, wie viele Raucher da seien, gab es etwa von der Hälfte eine zögerliche Meldung, die die Vermutung von Wagner bestätigte. Nur 15 Prozent der COPD-Patienten haben nie einen Glimmstängel angerührt.

 

Wagner gab zu bedenken, dass Kinder, die in einem Raucher-Haushalt aufwachsen würden, ein erhöhtes Risiko hätten, an Asthma zu erkranken. Allerdings gefährdeten sich die Kinder mittlerweile selbst: "Das Einstiegsalter fürs Rauchen liegt bei zwölf Jahren", so der Allergologe.

 

Sei die Diagnose für eine der beiden Krankheiten gestellt, hätten sich die Patienten mit einer fortschreitenden Verengung der Atemwege durch Schleim, Schwellung oder Krämpfe einzustellen. "Wir sprechen hierbei von Obstuktion", führte der Experte einen weiteren Fachbegriff ein. Dauerten die Krankheiten über lange Jahre an, könne es zu einem so genannten Emphysem kommen. "Das bedeutet, dass sich das Lungengewebe unwiederbringlich zurückgebildet hat", betonte er.

 

Bei der Frage über Therapiemöglichkeiten konnte der Experte den Zuhörern Hoffnung machen. Noch diesen Herbst solle das viel versprechende Medikament Daxon auf den Markt kommen. "Das ist nicht nur ein Ersatz für Kortison, sondern auch für das schädliche Theophyllin." Theophyllin habe zu starke Nebenwirkungen, als dass er es mit guten Gewissen empfehlen könne, betonte der Pneumologe. "Ich glaube, dass zwar viele Fragen beantwortet, zugleich aber auch viele neue aufgeworfen wurden, die wir beim nächsten Treffen unserer Gruppe diskutieren wollen", sagte Budelski nach dem fast zweistündigen Vortrag. Das nächste Mal trifft sich die Selbsthilfegruppe am Dienstag, 11. Oktober, von 19.30 Uhr in der Stadthalle.

 

Weitere Informationen zur Selbsthilfegruppe Asthma & Allergie gibt es unter der Telefonnummer (0 61 73) 6 37 27 oder im Internet unter http:// www.asthma-und-allergie.de.

 

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